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Alpiq-Samichläuse: Too big to fail?

Pünktlich zum gestrigen Samichlaus-Tag ist die Aktie der Alpiq an der an der SIX Swiss Exchange vom Handel ausgesetzt worden. Mittlerweile hat sich Alpiq mit einer Medienmitteilung an die Öffentlichkeit gewandt: Das Unternehmen sehe die Notwendigkeit, das laufende Restrukturierungsprogramm zu verstärken. (Gut, dass sie noch was sehen und ihnen die Kaputze nicht über die Augen gerutscht ist.) Eine Kapitalerhöhung werde geprüft. Gestern hatte der Tagesanzeiger hatte frühmorgens über eine Kapitalerhöhung im Umfang von bis zu 1 Mrd CHF spekuliert, was wahrscheinlich der Grund für den Handelsaussetzer war. Na, dann prüft mal gut.

Das führende Schweizer Energiehandelsunternehmen, so die Eigenwerbung auf Facebook, ist tatsächlich führend! Die Aktie hat nämlich seit dem Höchststand von 749 Franken kräftig auf 138 Franken abgespeckt. Das sind rund 80%. Reife Leistung! Auf Facebook übrigens, plagieren die Alpiqs, wie sie landauf, landab die Umwelt mit Weihhachtsbeleuchtung illuminieren. Aber kein Wort von leeren Kassen. Wenn den so Erleuchteten bloss nicht die Lichter ausgehen.

Die aufrechten Atom-Euphoriker von Gösgen und Leibstadt hat die Energiewende voll erwischt. Zudem haben sie sich mit Mammutprojekten wie etwa dem Pumpspeicherwerk Nant de Drance, tüchtig den Sack gefüllt und sich daran kräftig „überlupft“. Gleichzeitig sind die Strom-Preise wegen dem billigen Solarstrom der bösen Deutschen zusammengebrochen. Aber das konnte ja niemand voraussehen! Jetzt brauchen sie dringend Kohle, nicht um damit die Luft mit ihren Anlagen im Ausland zu verpesten, sondern um die Schuldzinsen in der Schweiz zu bezahlen.

Alpiq steht das Wasser voll bis ans Glöckchen der Zipfelmütze. Beim Versuch, sich in ihre Bestandteile aufzulösen und diese zu verramschen haben Stromer-Kollege Axpo und der Kanton Graubünden der Alpiq vor vier Tagen unter die Arme gegriffen und Repower übernommen.

Das Kreditrating ist mittlerweile auf Ramsch-Niveau gesunken und neues Geld ist schwer zu finden. Also müssen die Aktionäre herhalten. Zum Glück sind gut zwei Drittel der Aktionäre andere schweizerische Stromunternehmen und die öffentliche Hand. Die können das Geld beim Konsumenten und Steuerzahler holen. Die Électricité de France SA (EdF), die staatlich dominierte französische Elektrizitätsgesellschaft, der zweitgrößte Stromerzeuger weltweit, hält 25% der Aktien, scheint aber Schwierigkeiten zu machen und zeigt sich knausrig. Diese Franzosen!

Aber wenn alles in die Hosen geht, kann ja noch der Bund, wie schon damals bei der UBS, einspringen. Der macht den Samichlaus-Sack dann wieder voll und prall. Und die Schmutzli in Gösgen und Leibstadt dürfen dann auch daraus knabbern, wenn sie dereinst ihren Schrott zurückbauen.

Hans E Schweickardt Samichlaus Alpiq Samichläuse: Too big to fail?

Am Samichlaustag kommt Alpiqs Ober-Sami, VR-Präsi und CEO, Hans Äh Schweickardt, mit froher Mär dahär!

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