Ja aber hallo! Richtige Schweizer wählen SVP, tragen ein Kreuz auf der Vorhaut und der IQ liegt auf dem Grunde. Vor allem sind wir aber dem Übervati Christophe „Zottel“ Blocher dankbar, dass er uns wieder mit einer Gratis-Postille beglückt! Man nennt das zwar Paper-Spam und die paar Bäumchen, die dafür draufgingen, kamen wie alle wie alles Zeitungspapier aus Skandinavien. Aber, man muss schon sagen: Es hat sich wieder einmal gelohnt! Danke, danke, liebe SVP, danke lieber Christoph, ohne eure Postille wäre es der Schweiz an diesem regnerischen Muttertag-Wochenende langweilig geworden!
«ExtraBlutt» oder so ähnlich heisst das Ding, könnte aber geradesogut auch «ExtraWurst» heissen, denn es ist völlig Wurst, dass die SVP darin ein ehemaliges Anliegen der Linken, die Volkswahl des Bundesrates, verkaufen will. Denn die Argumente, die dafür sprechen, sind gewaltig! Aber kommen wir der Sache auf den Grund: Die alle vier Jahre wiederkehrende Wahl des Parlaments ist öde und gehört sich aufgepeppt! Denn was da an Ochsen und Kühen in das Parlament gewählt wird, gibt ein ziemlich repräsentatives Abbild des Stimmviehs wieder. Und wenn man sich dieser Tatsache bewusst ist, dann überrascht es immer wieder, dass bei der Bundesratswahl durch das Parlament nicht regelmässig noch viel Schlimmeres beziehungsweise noch viel Farbloseres herauskommt.
Eine gleichzeitige Wahl des Bundesrates durch die Schweizer und Schweizerinnen kann also dem schweizerischen Wahlspektakel nur gut tun. Vor allem bringt es zusätzliche Arbeit für Werber, Drucker, Schreiberlinge (auch für uns) und Arena- und andere Fernsehmoderatoren. Und das ist ja im Grunde keine schlechte Sache. Arbeitsbeschaffung ist denn auch ein grundsätzlicher Grund, warum wir hoffen, dass die Schweiz nicht ohne Grund zu Grunde geht. Vor allem aber öffnet sich damit der Weg zu einer generellen Demokratisierung der Schweiz. Die Schweiz ist ja schon jetzt die Weltmeisterin der Wahlen. Leider aber wird das Schweizer Volk landauf, landab von unzähligen Jurys gegängelt und genasführt. Bei sämtlichen Mister- und Misswahlen, €-Song-Contest-Ausscheidungen («Ausscheidungen» sind dabei durchaus wörtlich gemeint) bis hin zu den Tausenden der Krönungen der lokalen Milchkuh-Züchterverbände ist die demokratische Volkseinwirkung nur vordergründig. Auch kostenpflichtige SMS-Votings können dem nicht wirklich abhelfen. In Wahrheit ist es immer die «Klasse der Experten» die im Grunde bei den «Ausscheidungen» den Ausschlag geben. Wir sehen daher die Volkswahl des Bundesrates als den Beginn einer revolutionären Bewegung, die zwar beim Bundesrat beginnt, die aber nicht mal – nur so als Beispiel – bei der Wahl der Miss Trub 3 ihr Ende finden darf. In diesem Zusammenhang finden wir, dass die SVP die Wahl der/des Bundeskanzlerin und des Generals (warum nicht auch Generalin?) nach wie vor dem Parlament vorbehalten will, ehrlich gesagt weder logisch noch korrekt ist. Wo bleibt denn da das Vertrauen zum Volk? Gerade im Kriegsfall müsste sich die Demokratie doch im Grunde beweisen können. Jawohl, taminomal, wir wollen jetzt endlich auch mitreden und zwar immer und überall! Von der Wahl des Bosses der Hells Angels bis zum Star des lokalen Kaninchenzuchtverbandes ist allgemeine Demokratisierung angesagt. Nieder mit diesen Experten!
Und was die Milchkuh-Initiative der SVP angeht, so finden wir das super! Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Kühe keine Milch «geben», nein, sie wird ihnen genommen! Dass sie dabei auf schamlose Weise begrapscht werden, setzt der Ausbeutung die Krone auf. Wir unterstützen darum die Befreiungsbewegung der Milchkühe. Ihre Proteste bei den landesweit stattfindenden Alpaufzügen sind berechtigt und es kann keinesfalls angehen, dass die dabei anfallenden Strassenverkehrsabgaben für den öffentlichen Verkehr verwendet werden. Ganz abgesehen davon, dass «Öffentlicher Verkehr» grundsätzlich unsittlich ist, gehören die Abgaben aus dem Strassenverkehr den Bauunternehmern, Autoimporteuren und den Produzenten von GPS-Systemen, die uns freundlicherweise von Radarfallen warnen und uns verklickern, wo der Stau steht, so dass wir eine gute Ausrede haben, wenn wir zuhause länger schlafen wollen, damit wir am Arbeitsplatz etwas weniger gemolken werden. Auch die Sache mit der Verkehrsvignette – diese nur auf die Autofahrer zu beschränken – ist hirn-, horn-, und harnrissig! Jeder und jede, die Verkehr hat, soll gefälligst gut sichtbar die Vignette tragen. Allen voran Ochsen und Kühe!
Und im Übrigen stellt sich das Redaktionsteam von Okay-Ko schon jetzt geschlossen für die Bundesratswahl zur Verfügung. Damit die Schweiz nicht zu Grunde geht!











